Das Wetter

Bedingt durch seine geschützte Lage im "Thüringer Becken" bleibt die Stadt von den meisten Stürmen verschont, so daß es hier nur selten Probleme gibt. Auch das Thema Hochwasser war seit der Begradigung des Laufes der Unstrut und dem Bau des großen Rückhaltebeckens bei Straußfurt die letzten Jahrzehnte kein Problem. Das Hochwasser im August 2002 war weit weg, im Thüringer Becken war davon kaum etwas zu spüren.
Das böse Erwachen kam mit dem Hochwasser im Januar 2003 - in einem großen flachen Becken läuft das Wasser wenn es erst mal drin ist, auch nur schlecht wieder ab. Erst jetzt sind viele Menschen munter geworden und denken wieder über die Umwelt nach. Hier eine kurze Schilderung der Zustände vom Januar 2003 in Sömmerda…

Fr. 2003-01-03
In Nordthüringen wütet das Hochwasser bereits und auch hier stehen die Flüsse sehr hoch. Die Straße zwischen Sömmerda und dem Stadtteil Leubingen ist bereits seit Silvester wegen Überflutung gesperrt. Da das Rückhaltebecken in Straußfurt aber die Unstrut noch reguliert, bleiben die Flüsse in ihnen Bahnen. Durch den gefrorenen Boden kann dieser aber den häufig fallenden Regen nicht mehr aufnehmen, so daß auch viele Felder und Wiesen unter Wasser stehen. Die tiefer liegenden Häuser in Sömmerda und Umgebung haben bereits Wasser in den Kellern.

Sa. 2003-01-04
Am frühen Morgen werden im Sömmerdaer Stadtteil Leubingen die Einwohner gebeten, den Ort zu verlassen, da nicht mehr gewährleistet ist, daß die Dämme das Wasser noch lange halten können. Das Rückhaltebecken in Straußfurt ist inzwischen voll und muß die ankommenden Wassermassen ungebremst die Unstrut entlang in Richtung Sömmerda fließen lassen. Die umliegenden Polder werden der Reihe nach geflutet, um das im Lauf der Unstrut unmittelbar hinter Sömmerda liegende Leubingen zu schützen. Dort mündet die Lossa in die Unstrut, die deren Wasser aber nicht mehr aufnehmen kann…

So. 2003-01-05
Die Dämme stehen noch. Es sind zwar nicht mehr alle Dämme ganz dicht, so daß das durchsickernde Wasser Teile von Leubingen überflutet hat, aber die Dämme halten noch. Die Gegend um Sömmerda würde jeder Seenplatte Ehre machen. Der Stadtpark steht einen Meter unter Wasser, die Altstadt ist gesperrt. Aber es ist jetzt Frost und der entspannt die Lage etwas. Die Pegel steigen nicht mehr.

Di. 2003-01-07
Die Evakuierung ist beendet. Die Einwohner von Leubingen können heute in ihre Häuser zurückkehren und beginnen, die Keller auszupumpen und die entstandenen Schäden zu sichten. Die Felder in der näheren Umgebung stehen noch immer unter Wasser und werden es wohl auch noch eine Weile bleiben.

Die meisten sind dabei noch mit "einem blauen Auge" davon gekommen. Außer hohen Sachschäden ist kaum etwas passiert. Hoffentlich sind die Leute wenigstens etwas munter geworden davon…


© 2003 - 2006 Thomas Groß
letzte Änderung: 2006-09-08